
Zur Zeit der ersten Hochkulturen und zur Zeit der Griechen wusste man wenig von den Völkern im Norden Europas. In griechischen Aufzeichnungen aus dem 5. Jahrhundert fanden sich Begriffe wie “barbarisches Volk” und man nannte die Völker im Norden und Westen Europas die Kelten bzw. Gallier. Die ältesten keltischen Relikte, die archäologisch ausgewertet werden, fanden sich in Österreich und Süddeutschland und stammen etwa aus dem Jahre 800 v. Christus.
Mitte des 5. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich eine neue entwickeltere keltische Kultur die "La Tène-Kultur" bei Neuenburg in der Schweiz. Hervorragende Metallarbeiten, Eisenwaffen und ihre mit Rädern versehenen Fahrzeuge fanden sich in ganz Europa verstreut und die zweirädigen Wagen waren die technisch höchstentwickelten in der alten Welt. In den letzten Jahrhunderten v. Chr. entstanden von Rumänien bis Frankreich keltische Staaten und grosse befestigte Siedlungen, bekannt als Oppida.
Die Kelten waren Wilde Krieger: Um 390 v. Chr. plünderten die Gallier Rom, 272 v. Chr. Delphi in Griechenland und anschliessend drangen sie in Kleinasien ein, wo sie unter den Namen Galater bekannt wurden, sowie in den Balkan und nach Norditalien, wo sie zum Untergang der Etrusker beitrugen. Die Kelten kannten keine Schriftkultur doch pflegten die Druiden, ihre Priester und Gesetzgeber, eine mündliche Tradition. Die Kelten besassen eigene Münzstätten und unterhielten intensive Handelsbeziehungen mit Rom, das inzwischen zur Grossmacht im Mittelmeer aufgestiegen war. Sie lebten in ständiger Uneinigkeit, so dass die Römer sie trotz ihrer Tapferkeit im Kampf allmählich ihrer Macht unterwerfen konnten.
Julius Cäser führte die Römer 300 Jahre nach der Zerstörung Roms durch den Kelten Brennus, 58–52 v. Chr., noch einmal gegen die Kelten. Er schrieb sogar ein Buch darüber: „Bellum Gallicum“ oder „Der Gallische Krieg“.
Mit der Niederlage der Gallier erstarkte Rom und sollte zu einer Weltmacht anwachsen, die später den gesamten Mittelmeerraum beherrschte.